
Gerrit Huy ist eine der bekanntesten Wirtschaftsexpertinnen im deutschen Bundestag. Die AfD-Politikerin ist verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Den Namen ihres Mannes hat sie nie öffentlich bestätigt. Was über ihn bekannt ist, entstammt einem Bericht aus ihrer Karrierezeit in den 1990er Jahren.
Gerrit Huy trägt seit ihrer Ehe den Nachnamen ihres Mannes. Der Nachname „Huy” ist hugenottischen Ursprungs, was auf die Familiengeschichte ihres Partners verweist. Bereits in den 1990er Jahren berichtete ein deutsches Nachrichtenmagazin, dass sie mit einem Mitarbeiter aus dem Beteiligungsmanagement des Daimler-Konzerns verheiratet sei und dessen Familiennamen angenommen habe. Seinen Vornamen hat Gerrit Huy in keinem öffentlichen Interview oder offiziellen Dokument je genannt.
Als Gerrit Huy 2017 der AfD beitrat, löste das innerhalb ihrer Familie zunächst Bestürzung aus. In einem Interview sagte sie dazu offen: „Ehemann und Kinder seien anfangs entsetzt gewesen. Aber das hat sich gelegt.” Es ist einer der seltenen Momente, in denen die Abgeordnete einen Einblick in ihr Familienleben gewährt.
Gerrit Huy ist verheiratet und hat drei Kinder. Ihr Zuhause hat die Familie in einem Ort am Ammersee im bayerischen Voralpenland. Über das weitere Familienleben hält sich die Politikerin konsequent bedeckt.
Gerrit Huy wurde am 13. Mai 1953 in Braunschweig geboren und wuchs in Hamburg auf. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst eine Banklehre, studierte anschließend Mathematik und Volkswirtschaft in Hamburg und schloss mit einem Master of Public Administration an der renommierten Harvard University in Cambridge ab.
Auf ihre Harvard-Ausbildung wurde Daimler-Finanzvorstand Edzard Reuter aufmerksam, der sie 1986 als persönliche Referentin in den Konzern holte. Aus dieser Position heraus arbeitete sie sich in Führungsaufgaben vor, darunter die Leitung der strategischen Produktplanung bei Mercedes-Benz, wo sie zeitweise 900 Ingenieure und Techniker verantwortete. Europäische Fachmedien kürten sie damals zur „Frau des Jahres” in der Automobilbranche.
1996 wurde sie Vorstandsmitglied bei der Daimler-Tochter Debis im Bereich Telekommunikations- und Mediendienste und damit zur ersten Frau in einem Daimler-Konzernvorstand. Das Gastspiel dauerte knapp ein Jahr, endete aber nicht wegen mangelnder Qualifikation, sondern wegen strategischer Differenzen mit der Unternehmensführung. Danach übernahm sie die Vorsitzende Geschäftsführung bei Compaq Computer Deutschland.
Nach mehreren Aufsichtsratsmandaten und Beteiligungen in den 2000er Jahren wandte sie sich der Politik zu. Weder die SPD noch die CSU kamen für sie in Frage: Die SPD habe sie nach der Ära Schröder politisch nicht mehr überzeugt, die CSU schreckte sie aus persönlichen Gründen ab. 2017 trat sie der AfD bei, motiviert nach eigener Aussage durch die Migrationspolitik der damaligen Bundesregierung.
Seit der Bundestagswahl 2021 ist Gerrit Huy Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie sitzt im Ausschuss für Arbeit und Soziales und ist dort Obfrau ihrer Fraktion. Innerparteilich leitete sie den AfD-Bundesfachausschuss für Arbeit und Soziales und war an der Erstellung des Sozialkonzepts der Partei beteiligt.
Im Herbst 2025 brachte Huy einen Antrag in den Bundestag ein, der einen steuerfreien Hinzuverdienst von 12.000 Euro jährlich für arbeitende Rentner fordert. Im Bundestag verteidigte sie diesen Ansatz als „angemessen und gerecht” und kritisierte den Koalitionsvorschlag der Aktivrente als Regelung, die eine extreme steuerliche Ungleichbehandlung von Jung und Alt schaffe und dazu führen könne, dass ältere Arbeit jüngere Arbeit in Betrieben verdränge. Im März 2026 sprach sie erneut im Plenum über die strukturellen Schwächen des deutschen Rentensystems.
