9 May 2026, Sat

Extremsportler Arda Saatci: Was über seine Eltern, seine Herkunft und seinen Werdegang bekannt ist

Arda Saatci, deutscher Extremsportler

Arda Saatci ist der bekannteste Extremsportler der deutschen Gen Z. Der Berliner mit türkischen Wurzeln läuft Strecken, die andere nicht einmal zu träumen wagen. Hinter seinem Erfolg stehen Eltern, die als türkische Einwanderer nach Deutschland kamen und ihm eine Grundhaltung mitgaben, die er bis heute in jedem Lauf verkörpert: Nichts ist selbstverständlich, und Disziplin zählt mehr als Talent.

Eltern und Herkunft: türkische Wurzeln, Berliner Prägung

Arda Saatci wurde am 6. September 1997 in Berlin geboren und wuchs in Lichterfelde im Bezirk Steglitz-Zehlendorf auf. Seine Eltern haben türkische Wurzeln. Der größte Teil seiner Familie lebt in Istanbul. Die Namen seiner Eltern hat er nie öffentlich bestätigt. Was er jedoch wiederholt betont hat: Sie sind seine größten Vorbilder.

In einem Gespräch mit einem deutschen Medium schilderte Saatci, wie er seiner Mutter während seines Studiums begegnete, als sie ihn in seinen frühmorgendlichen Laufrunden begleitete und fragte, warum er sich das antue. Seine Antwort war schlicht: Sie solle ihm vertrauen. „Meine Eltern haben mir dieses Vertrauen entgegengebracht und mich auf meinem Weg sehr unterstützt.”

Ein Versprechen an die Eltern

Saatci erinnert sich, dass er, nachdem ihm der Schritt zum Fußballprofi nicht gelungen war, seinen Eltern versprochen habe, „dass ich trotzdem ein sehr einflussreicher Sportler sein werde”. Dieses Versprechen hat er inzwischen eingelöst.

Die Mutter am Ziel in New York

Ein Moment, der Millionen Zuschauer bewegte, war das Ende seiner ersten Cyborg Season. Seine Mutter wartete als Überraschungsgast an der Zielgeraden am New Yorker Times Square, ein emotionaler Moment, der ihn zu Tränen rührte. „Es war unglaublich, sie dort zu sehen. Sie hat mich immer unterstützt, auch wenn mein Weg manchmal unverständlich schien”, sagte Arda.

Was die Eltern ihm mitgaben

Über die Prägung durch seine Familie sprach Saatci in einem Red Bull Portrait offen: „Weil meine Eltern mir das mitgegeben haben, werden sie immer meine größten Helden bleiben.” Als Sohn türkischer Einwanderer habe er früh verstanden, dass nichts im Leben selbstverständlich ist und dass harte Arbeit mehr wiegt als jedes Talent.

Aufgewachsen in Berlin, verwurzelt in Istanbul

Arda wuchs in einer Wohnung in Berlin-Lichterfelde auf, zusammen mit seiner acht Jahre älteren Schwester und seinen Eltern, die türkische Wurzeln haben. Mit 13 Jahren zog er nach Charlottenburg um. Die türkische Kultur prägt seinen Auftritt bis heute sichtbar, etwa durch seine markante Angewohnheit, türkische Ausdrücke in seinen Content einzuflechten. Sein bekannter Ausdruck „Süper Sinnis” ist dabei zu einem Markenzeichen seiner Community geworden.

Vom geplatzten Fußballtraum zum Cyborg

Mit sechs Jahren begann Arda Saatci Fußball zu spielen. Er trainierte für Berliner AK U19 und SV Altlüdersdorf, doch mit 18 Jahren stand fest: der Traum vom Profi würde sich nicht erfüllen. Was folgte, war eine tiefe Krise, aus der er sich in den Sport zurückzog, diesmal in eine ganz andere Disziplin.

Er begann zu laufen, zunächst morgens und abends parallel zum BWL-Studium und einem Job in der Immobilienbranche. Aus dem Ausgleich wurde Besessenheit, aus der Besessenheit Berufung. Sein Trainingspensum wuchs auf 30 bis 40 Wochenstunden. Das Motto „You vs. You” wurde zur Lebensphilosophie.

Die Cyborg Seasons: drei Läufe, drei Kontinente

Im April 2024 startete Saatci seine erste große öffentliche Challenge: über 3.000 Kilometer von Berlin nach New York. Der Lauf dauerte 74 Tage, wobei er jeden Tag mindestens einen Marathon lief. Nach 750 Kilometern erlitt Saatci einen Ermüdungsbruch im Schienbein, setzte den Lauf aber nach einer Pause fort. Nach 74 Tagen traf er schließlich am Times Square in New York ein, wo seine Mutter auf ihn wartete.

2025 folgte die nächste Dimension. Circa Anfang Mai 2025 startete die so genannte Cyborg Season 2025, in der Arda Saatci einmal von der Nordspitze Japans bis in den Süden 3.000 Kilometer lang durch die verschiedenen Klimazonen Japans lief. Täglich rannte er anderthalb bis zwei Marathons. Am 10. Juni kam er an der Südspitze Japans an.

Death Valley 2026: die bisher extremste Challenge

Seit dem 5. Mai 2026 läuft der 28-Jährige 600 Kilometer in 96 Stunden durch das Death Valley nach Los Angeles. Nach rund 60 Stunden zwangen ihn Halluzinationen, Dehydrierung und Schlafmangel zu einer Pause, ein Arzt musste eingreifen. Über 100.000 Menschen verfolgen den Livestream. Die geplante Ankunft am Santa Monica Pier in Los Angeles war für den 9. Mai 2026 vorgesehen.

Unternehmer, Forbes-Listling, Red-Bull-Athlet

Neben seinen Läufen ist Saatci Gründer der Sportbekleidungsmarke Day One und Mitgründer der Fitness-App Perform All. Er wurde von Forbes in die Liste der 30 Under 30 aufgenommen und hat auf seinen Social-Media-Kanälen insgesamt 2,5 Millionen Follower aufgebaut. Er ist Red-Bull-Athlet und gewann im November 2024 den VideoDays Award in der Kategorie Sports.

By Florian Seitz

Florian Seitz ist Sportjournalist mit einem besonderen Gespür für die menschliche Seite des Spitzensports. Nach seinem Volontariat bei einem großen Sportverlag und mehreren Jahren als freier Reporter berichtet er bei Star Blogger über das Privatleben, die Karrieren und die Schlagzeilen rund um Fußballstars, Tennisstars und andere Spitzensportler. Florian verfolgt dabei nicht nur sportliche Leistungen, sondern auch gesellschaftliche Debatten rund um Athleten als öffentliche Persönlichkeiten.

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