
Anya Kosova ist 40 Jahre alt, wurde am 2. Februar 1986 in Russland geboren und wuchs in Moskau auf. Seit 2018 lebt sie in Kalifornien, wo sie als Ultraläuferin, Trainerin, Bloggerin und Markenbotschafterin aktiv ist. Unter ihrem Instagram-Handle @annjoyrun hat sie sich eine treue internationale Community aufgebaut.
Anya Kosova ist gebürtige Russin, aufgewachsen in Moskau. Seit 2018 lebt sie in Santa Monica, Kalifornien. Bevor sie in die USA zog, lebte sie eine Zeit lang auch in Bali, wo sie an einem 50-Kilometer-Rennen teilnahm und auf spektakuläre Weise Zweite wurde, weil alle Männer sich verlaufen hatten. Mit dem Umzug nach Nordamerika verlagerte sich nicht nur ihr Wohnort, sondern auch ihr sportlicher Fokus. Aus der Stadtläuferin Moskaus wurde eine Ultraläuferin der amerikanischen Wüsten und Berge.
In Russland begann sie 2001 mit dem Laufen, zunächst als Ausgleich zu einem Stadtleben ohne viele Naturmöglichkeiten. „Ich bin in Moskau aufgewachsen, und Laufen war wirklich ein Weg, gesund zu sein. Ich liebe die Berge zum Skifahren, Wandern und Klettern, aber in der Stadt gab es dafür nicht viele Möglichkeiten. Laufen war das Einfachste, was man tun kann, um fit zu bleiben, man braucht keine Ausrüstung dafür.”
Heute läuft Kosova morgens zum Café, nachmittags in die Berge und nutzt das Laufen als primäres Fortbewegungsmittel in ihrem Alltag. „Wir leben in Santa Monica, und ich laufe jeden Morgen zur Blue Bottle Coffee und dann zurück nach Hause. Ich gehe nicht, ich laufe einfach. Ich mag das Gehen überhaupt nicht, es ist so langsam.”
Vor ihrer Sportkarriere war Anya Kosova Journalistin und arbeitete als Foto-Editorin, Beauty-Editorin und Producerin für Cosmopolitan Russia, Collezioni und weitere Magazine. Der Wechsel vom Modemagazin zur Laufsportwelt vollzog sich schrittweise, als sie für Nike an Mode- und Lifestyle-Projekten mit Läufern arbeitete. Heute schreibt sie ausschließlich über aktives Leben, testet Laufschuhe und produziert Kampagnen für Outdoor-Marken.
Ihr bekanntestes sportliches Projekt ist die zweifache Solobewältigung des Speed Project, eines unofifziellen Ultrarennens von Los Angeles nach Las Vegas durch die Mojave-Wüste. Ihr Instagram-Profil vermerkt: TSP Solo zwei Mal, einmal 290 Meilen in 90 Stunden und 56 Minuten, einmal 410 Meilen. Damit gehört sie zu einer sehr kleinen Gruppe von Frauen weltweit, die diese Strecke solo absolviert haben.
Im Februar 2024 lief Kosova ihren persönlichen Marathon-Rekord von 3:00:41. Die Sub-3-Stunden-Grenze bleibt ihr erklärtes Ziel. Im März 2026 bereitete sie sich auf den Boston Marathon vor und plante für den Sommer mehrere Trailrennen, darunter den Broken Arrow Skyrace und den SOB 100K. Als Hauptziel nannte sie 200-Meilen-Rennen im Oktober 2026.
Anya Kosova spricht offen darüber, wie das Laufen ihr half, nach der Emigration in einem neuen Land Wurzeln zu schlagen. „Ich war immer Teil von Laufgemeinschaften, wo auch immer ich auf der Welt war. Es fühlte sich natürlich an, mich Menschen anzuschließen, als ich in die USA zog. Es ist ein Weg, Stabilität und Sicherheit zu finden: Man ist immer willkommen, und das schafft Vertrauen.”
Die Erfahrungen im russischen Laufsport haben sie geprägt, auch durch negative Erlebnisse. „Ich habe mir ein Trauma geholt, als ich in Russland lebte und von Trainern sehr hart rangenommen wurde. Es gab auch Druck aus der Laufgemeinschaft, dass schnell Laufen cool sei. Jetzt baue ich das langsam wieder auf.”
